Gesetzliche Vorgaben, verschärfte Qualitätsstandards und ambitionierte Umweltziele erhöhen den Investitions- und Modernisierungsdruck in der Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft deutlich – insbesondere durch die novellierte Kommunale Abwasserrichtlinie (KARL), die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sowie verschärfte Anforderungen an die Trinkwasserqualität im Zuge europäischer und nationaler Regelwerke. Sowohl in der Abwasserbehandlung als auch in der Trinkwasseraufbereitung steigen die Anforderungen an Reinigung, Überwachung, Ressourcenschutz und Energieeffizienz.
Präzise Messtechnik für strengere Umweltanforderungen
Die mit KARL verpflichtende vierte Reinigungsstufe stellt viele Kläranlagen vor neue Aufgaben: Stickstoff- und Phosphorgrenzwerte werden verschärft, Spurenstoffe sollen deutlich reduziert werden. „Nur wenn Nährstoffe und Mikroschadstoffe zuverlässig erfasst werden, können Gewässer geschützt und Wasserressourcen langfristig gesichert werden“, sagt Christian Gutknecht, Industry Manager bei Endress+Hauser Deutschland. „Das ist nicht nur eine Frage der Abwasserbehandlung, sondern auch eine Frage des Gewässerschutzes.“
Ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts ist die Überwachung von Regenüberlaufbecken vor dem Hintergrund zunehmender Starkregenereignisse. Extremwetter belastet nicht nur Kläranlagen, sondern auch Trinkwasserressourcen durch Einträge in Gewässer und Grundwasser. Mit dem Radarsensor Micropilot FMR20B und der Steuereinheit FlexView FMA90 zeigt Endress+Hauser eine Lösung zur kontinuierlichen Füllstandsmessung und intuitiven Steuerung.
Energieeffizienz als Hebel für nachhaltige Wasserinfrastruktur
Darüber hinaus rückt auf der Ifat die Energieeffizienz von Kläranlagen in den Fokus. „Echtzeitmesswerte schaffen Transparenz im Prozess und eröffnen konkrete Einsparpotenziale“, sagt Christian Gutknecht. „Energie- und Chemikalieneinsatz werden reduziert, gleichzeitig sinken durch einen höheren Trockensubstanzgehalt im Schlamm die Transport- und Entsorgungskosten.“ Am Messestand präsentiert Endress+Hauser dafür unter anderem das Inline-Feststoffgehaltsmessgerät Proline Teqwave MW 300, das mittels Mikrowellentechnologie den Feststoffgehalt vom Primärschlamm bis zum entwässerten Schlamm präzise bestimmt.
Für eine zuverlässige Durchflussmessung von Trink-, Brauch- und Abwasser kommt zudem Proline Promag W 400 zum Einsatz – ein magnetisch‑induktives Durchflussmessgerät ohne Ein‑ und Auslaufstrecken und ohne Einschnürung (0 × DN Full Bore). Dank seines bidirektionalen Messprinzips arbeitet es weitgehend unabhängig von Druck, Dichte, Temperatur und Viskosität.
Ifat 2026 – Halle C1 Stand 451











