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Die Wurzeln sind aus Metall: Bornemann wurde im Jahr 1853 als Schlosserei gegründet und sich über die Jahrzehnte hinweg zum global agierenden Hersteller von Hightech-Pumpstationen entwickelt.

Als der traditionsreiche Schlossereibetrieb Bornemann in den 1930er Jahren die erste Pumpe entwickelte, wurde im Großraum Hannover noch Öl gefördert. Heute findet sich die Kundschaft des Obernkirchener Unternehmens auf der ganzen Welt. Mit zweispindeligen Schraubenspindelpumpen hat sich ITT Bornemann über die Jahre einen Namen gemacht und in diesem Bereich viele Innovationen und Patente auf den Markt gebracht.

Von der Schlosserei zum Global Player: Rund 200 Mitarbeiter arbeiten heute bei ITT Bornemann in der Unternehmenszentrale in Obernkirchen.

„Dank einer großen Research & Development-Abteilung haben wir uns vor allem in den letzten 25 Jahren als das Unternehmen etabliert, das immer wieder Innovation bringt“, sagt Markus Schwarte, seit 2016 Geschäftsführer von ITT Bornemann. Von einem Mittelständler, der Pumpen für die heimische Flussschifffahrt baute, sei das Unternehmen zum Hersteller von Hightech-Pumpstationen geworden,

  • die mehrere tausend PS Antriebsleistung haben,
  • vollautomatisch am Ende der Welt operieren und
  • deren Betrieb von der Unternehmenszentrale in Obernkirchen aus gesteuert werden kann.

Paradigmenwechsel der Ölförderung

Mit dem Patent für eine Multiphasenpumpe zur Förderung von Öl- und Gas gelang dem Unternehmen ein Paradigmenwechsel in der Branche

Schraubenspindeltechnik ist als Technologie hervorragend geeignet, hochviskose Medien zu fördern wie in der Öl- und Gasindustrie und seit einigen Jahren auch in der Lebensmittel- und Pharmabranche. Vor allem im Bereich der Multiphasenpumpe, die imstande ist, Gas- und Öl gleichzeitig zu fördern, besetzt das Unternehmen erfolgreich eine Nische. Dem Erfolg liegt ein Problem zu Grunde, das Bornemann in den 1990er Jahren zu lösen wusste.

„In der Ölförderung liegt im Reservoir unter hohem Druck das Öl in reiner Flüssigkeit vor, aus dem sich nun beim Aufstieg Gas löst“, erklärt Gerhard Rohlfing, Global Engineering Director bei Bornemann und seit 30 Jahren im Unternehmen tätig. Volumetrisch betrachtet, kommen am Bohrlochkopf 90 Prozent Gas und nur noch zehn Prozent Flüssigkeit an. Ein Gemischtransport aber ist den Naturgesetzen folgend schwierig. Diese Problematik war über viele Jahrzehnte nur beherrschbar, indem oben am Quellenkopf separiert wurde – das Gas entweder direkt abgefackelt oder unter einem erheblichen Mehrbedarf an Apparatur wegtransportiert wurde. Die Lösung des Problems war eine Pumpe, die sowohl mehrere Phasen als auch unvorhersehbare Strömungen betriebssicher fördern kann.

„Die erste Erwähnung fand die Multiphasenpumpe bereits 1957“, berichtet Rohlfing, „aber damals war es technisch nicht möglich, den so genannten Sluck Flow, also den Wechsel von Flüssigkeits- zu Trockenlaufzeiten, zu beherrschen. Das Basis-Patent der Multiphasenpumpe stammt aus 1993 – von Bornemann.“

Rohlfing selbst trieb die bahnbrechende Entwicklung voran und hatte die zündende Idee, das Gemisch innerhalb der Pumpe zu separieren, einen Teil des Flüssigkeitsstrom zum Einlass zurückzuspeisen und damit unter Einlassbedingungen immer eine Restflüssigkeit zur Kühlung und Abdichtung zur Verfügung zu stellen. „Das Gas kann nun außerdem dank unserer Pumpen aus mehreren verteilt liegenden Ölquellen unkompliziert zur Central Processing Facility, zur Zentralplattform, geleitet werden“, erklärt Rohlfing. „Dort fällt dann ein nennenswertes Volumen an Gas an, das man wesentlich besser nutzen kann als am Quellenkopf.“

Nicht nur unter Umweltaspekten hat sich der Einsatz der Multiphasenpumpe seitdem ausgezeichnet, auch in Bezug auf die Total Cost of Ownership: „Unsere Pumpen funktionieren zuverlässig, wartungsarm und lange“, bekräftigt Rohlfing. „Die allererste Patent-Multiphasenpumpe läuft immer noch. 25 Jahre Laufzeit und mehr sind ganz normal.“

Aus zwei mach eins

Ein weiterer Meilenstein in der Firmenentwicklung war der Einsatz der Schraubenspindeltechnologie in der Lebensmittelbranche (Alle Abbildungen ITT Bornemann)

Seit 2004 setzt Bornemann seine Schraubenspindeltechnologie auch erfolgreich in der Lebensmittelbranche ein. „Unsere Pumpe, die SLH, vereinen ads Fördern des Mediums und den Reinigungsprozess,“ so Jens Dralle, Global Product Manager Industrial. „Die Pumpen sind nicht nur reinigbar, ohne sie aus der Anlage rauszunehmen, sie können den Prozess sogar selbst durchführen. Bornemann war der erste Schraubenspindelpumpen-Hersteller, der dieses Prinzip in die Lebensmittelbranche brachte.“

Die Drehzahlregelung von 1:10 bis 1:15 bei proportionaler Fördermenge lässt den Produktbetrieb und die Reinigung mit nur einer Pumpe zu. Die Förderelemente bestehen aus zwei kontaktfreien Förderschrauben, die mit dem Pumpengehäuse geschlossene Kammern bilden. Dass die Drehrichtung umgekehrt werden kann, ermöglicht einen reversiblen Betrieb der Pumpen zur Leerung der Rohrleitung. „Unsere Pumpen sind nach EHEDG und weiteren Standards zertifiziert,“ so Dralle. „Keine Toträume, eine komplett produktumspülte Gleitringdichtung sowie Formringe für hygienische Abdichtung zeichnen die SLH aus, die zwar in der Anschaffung auf den ersten Blick teurer ist, sich bei den Total Costs of Ownership – TCO -aber deutlich auszahlt. 2016 konnten wir stolz darauf blicken, mehr als 10.000 Pumpen von Typ SLH auf dem Markt zu haben.“

Turnkey-Solutions und Innovationskraft

Den Großteil der Prozesskette in der Herstellung seiner Systeme hat Bornemann zur Sicherung der Qualität stets im Haus behalten – auch um die Nähe zwischen Entwicklung und Fertigung zu behalten. „Die Pumpe selbst kommt zu 99 Prozent aus Deutschland“, erklärt Schwarte. „Allerdings macht sie selbst zum Beispiel im Bereich Multiphase nur noch 20 Prozent aus. Heute komme es darauf an, Turnkey-Solutions zu liefern, die in der Wüste oder in die Arktis gestellt werden könnten, 24/7 mannlos laufen und ununterbrochen Öl und Gas fördern. Wir sind also nicht nur ein Pumpen-, sondern ein Systemlieferant.“ Dazu hat sich Bornemann selbst das ganze System angeeignet, wozu auch die Kontrolltechnologie gehöre.

Es sei neben der Innovationskraft vor allem die Kontinuität, die den Erfolg des Unternehmens begründe, ist sich Schwarte sicher. „Wir treiben Forschung ebenso voran, wie wir auf Sicherheit bedacht sind. Vor diesem Hintergrund blicken wir mit unseren Wurzeln in Obernkirchen positiv in die Zukunft. Unser R&D-Team ist stets dabei, aktuelle Entwicklungen zu integrieren und für unseren Bedarf und den der Kunden umzusetzen.“ Das bedeute aktuell, Kontrollsysteme weiterzuentwickeln, Internet-of-Things nutzen zu können und auch Sensoren für vorrausschauende Wartungen einzusetzen. So entwickeln die Ingenieure gerade Nachfolgemodelle der konventionellen Kontrollsysteme, die losgelöst seien von der reinen Hardware. „Wir werden selbstverständlich auch die Pumpen immer weiterentwickeln, so wie unsere Kunden es auch von uns kennen, aber wir arbeiten auch an der Kontrolllogik und der Vernetzung unserer Systeme.“

„Gerade das internationale Netzwerk und die guten Referenzen in der ölfördernden Industrie haben Bornemann zu dem gemacht, was es heute ist. Mit dem Produktionsstandort in Deutschland beweisen wir immer wieder,“ so Schwarte ,“dass es auch heute noch möglich ist, Hochtechnologie in Deutschland zu wettbewerbsfähigen Kosten herzustellen und zu exportieren.

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