- Werbung -

 

  • 125 Jahre Unternehmensgründung,
  • 90 Jahre Patenterteilung für die selbstansaugende Seitenkanalpumpe,
  • 60 Jahre am Standort Meckesheim bei Heidelberg und
  • 10 Jahre Werksneubau und -erweiterung

Die Sero PumpSystems GmbH hat im Jahr 2019 viel zu feiern.

Fachbeitrag von Dirk Heyden

„Unser Unternehmen ist heute der einzige Pumpenhersteller weltweit, der sich ausschließlich auf die Technologie der Seitenkanalpumpe konzentriert und diese konsequent weiterentwickelt“, positioniert

Beate Zientek-Strietz, Geschäftsführerin der Sero PumpSystems GmbH

, Geschäftsführerin der Sero PumpSystems GmbH, das Unternehmen im internationalen Pumpenmarkt. In der Tat war das Unternehmen vor 90 Jahren einer der Pioniere auf diesem Gebiet und wird heute als technologischer Spitzenreiter in einer kleinen, feinen und anspruchsvollen Marktnische global wahrgenommen. „Wir verbinden das Credo des Made in Germany mit dem Anspruch des innovativen, professionellen Problemlösers, der seinen weltweiten Kunden überlegene und mehrwertorientierte Standard- und Sonderlösungen anbietet“, so Zientek-Strietz. „Unsere Größe als mittelständischer Maschinenbaubetrieb und unsere internationale, technologische Vernetzung mit Forschungseinrichtungen und Firmenpartnern bieten die erforderliche Flexibilität und Innovationskraft.“ Der Blick in die Firmengeschichte zeigt, dass diese beiden Eigenschaften immer wieder gefragt waren, um Produkte zu entwickeln, Märkte zu erschließen und schwierige Situationen zu meistern.

Von der Hauswasserversorgung in die Chemie und Petrochemie

Das heutige Unternehmen Sero PumpSystems geht im Ursprung zurück auf eine von Max Brandenburg 1894 in Berlin-Treptow gegründete Maschinenfabrik. Zu den ersten Produkten der Einzelfirma  gehörten seinerzeit wägetechnischen Lösungen, die in Zigarettenautomaten das Einwerfen von Münzen überwachten. Weitere Aktivitätsfelder der Gründerjahre waren Pumpen und Motoren sowie Brunnenbau- und Wasserleitungsartikel – was 1906 in der Umwandlung der Firma in die Berliner Pumpenfabrik AG mündete. Das Unternehmen war erfolgreich: es hat zwischen 1902 und 1908 „über 1.200 Hauswasserversorgungsanlagen für Behörden, Villen und Landhäuser geliefert“, schrieb damals das Berliner Tageblatt. „Das Prinzip dieser Anlagen basierte auf dem Seitenkanalverdichter und war für die damalige Zeit eine technologische Pionierleistung“, erklärt  Zientek-Strietz.

„Gleichzeitig wurde damals die Basis für die Sero-Seitenkanalpumpe geschaffen.“ Diese wurde im Jahr 1927 vom damaligen Direktor der Berliner Pumpenfabrik, Georg Fabig, erfunden und 1929 erfolgreich zum Patent angemeldet. Der Beginn der Produktion von Seitenkanalpumpen noch im selben Jahr fiel zusammen mit der Weltwirtschaftskrise. Fabig sanierte erfolgreich das Unternehmen, fokussierte das Produktspektrum komplett auf diesen einzigen Pumpentyp und wandelte die Firma in eine GmbH um.

Ausländische Lizenznehmer retten Know-how über die Kriegsjahre

In den letzten Jahren vor dem 2. Weltkrieg wurden die ersten Kooperations- und Vertriebslizenzen an ausländischen Unternehmen vergeben. Insbesondere der Aufbau der Vertretungen in Norwegen und in Belgien sollte sich nach dem Krieg als Rettungsanker erweisen. „Die Berliner Pumpenfabrik wurde durch Luftangriffe der Alliierten komplett zerstört, und was noch irgendwie verwertbar war – Maschinen, Modelle, Zeichnungen – ging als Reparationsleistung nach Russland“, berichtet Zientek-Strietz aus ihren Nachforschungen zur Unternehmensgeschichte. „ Aber glücklicherweise überlebten die Konstruktionszeichnungen aus der Vorkriegszeit bei den Lizenznehmern, so dass die Berliner Pumpenfabrik in kleinem Umfang wieder mit der Produktion beginnen konnte“. Doch der Wegfall des gesamten östlichen Teils des Deutschen Reiches als (über)lebenswichtiger Markt für die Pumpenfabrik und die Berlin-Blockade veranlassten Fabig, im Jahr 1949 in Düsseldorf eine neue Gesellschaft zu gründen: die Sero Pumpenfabrik GmbH. Damit ging der Produkt- und Markenname Sero (für selbstansaugend, rotierend) in die Firmierung ein. Während im Mutterhaus Berlin nunmehr ausschließlich große Pumpen produziert wurden, konzentrierte sich das Tochterunternehmen in den folgenden Jahren auf die Herstellung kleiner Pumpenbaureihen.

Veränderungen erfordern Flexibilität und unternehmerischen Weitblick

Mit dem Bau einer neuen Fabrik auf der grünen Wiese und dem Umzug der Sero Pumpenfabrik von Düsseldorf nach Meckesheim im Jahr 1959 wurden entscheidende Weichen für die Zukunft des Unternehmens gestellt.

Weitreichende Veränderungen kennzeichnen die folgenden Jahre. In die Hauswasserversorgung – das Brot- und Buttergeschäft der Sero – hielten andere Technologien Einzug. Die Suche nach neuen Anwendungen für Seitenkanalpumpen – insbesondere in der aufstrebenden Industrie – begann. „Mit dem Eintritt unseres Vaters Albert Zientek als kaufmännischer Leiter in das Unternehmen begann eine konsequente Neuausrichtung des Unternehmens auf die Chemische Industrie und die Verfahrenstechnik“, blickt Beate Zientek-Strietz zurück. „Einzig der Marine- und Schiffsmarkt wurde weiter betreut und nutzt bis heute unsere Pumpen an Bord von Fähren, Frachtern oder Kreuzfahrtschiffen.“ Albert Zientek – Unternehmer durch und durch – richtete das Produktprogramm konsequent auf den neuen Kundenkreis aus und hatte auch die entscheidenden Ideen, um an diesen heranzukommen. „Er setzt zum einen die exportorientierte Tradition des Unternehmens vor, in dem er bis 1994 in über 30 Ländern weltweit Kooperations- und Vertriebspartnerschaften schloss“, so die Geschäftsführerin. „Zum anderen ging er insbesondere mit größeren deutschen Pumpenherstellern Kooperationen ein, und ergänzte mit den Sero-Seitenkanalpumpen deren Portfolio. Mit relativ wenig Personal- und Kostenaufwand konnte er so ein großes Vertriebsnetz schaffen und dadurch Zugang zu Kunden und Pumpenanwendungen bekommen.“ Aber natürlich mussten auch die „basics“ stimmen: hervorragendes Produkt, einwandfreie Qualität, guter Preis, kurze Lieferzeiten und schneller Service. Der Erfolg gab Albert Zientek Recht – und so konnte er auch persönlich reüssieren und bis etwa Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts die Gesellschaftsanteile vom bisherigen Inhaber Georg Fabig übernehmen.

Der im Oktober 2013 verstorbene Geschäftsführer Albert Zientek im Gespräch mit seiner Tochter Beate Zientek-Strietz, der heutigen Geschäftsführerin der Sero PumpSystems GmbH

Mit dem Bau einer neuen Fabrik auf der grünen Wiese und dem Umzug von Düsseldorf nach Meckesheim im Jahr 1959 stellte Albert Zientek die Weichen des Unternehmens auf Zukunft. Die stetig wachsende Zahl renommierter Industriekunden, die erfolgreiche Erschließung neuer Märkte sowie zahlreiche Innovationen kennzeichnen die folgenden Jahre und Jahrzehnte. Als der langjährige Firmeninhaber Georg Fabig 1980 im Alter von 86 Jahren stirbt, verlagert Albert Zientek die gesamte Produktion aus Berlin nach Meckesheim und schließt das dortige Werk. In den Folgejahren entwickelt sich das Unternehmen technologisch und umsatzmäßig kontinuierlich weiter. Der breite Zugang zu Kundenapplikationen liefert immer wieder wichtige Impulse für neue Produktentwicklung, die von den Anwendern auf breiter Basis honoriert werden. Im Jahr 1994 gehört die Sero Pumpenfabrik GmbH zu den ersten Maschinenbaubetrieben in Deutschland, die nach DIN ISO 9001 zertifiziert sind.

Nächste Inhaber-Generation setzt auf lösungsorientiertes Systemgeschäft

Mit der neuen Baureihe SHP hat Sero PumpSystems erstmals eine Seitenkanalpumpe entwickelt, die bis zu 100 bar Förderdruck aufbauen kann – etwas dreimal mehr als üblich.

Zwischen den Jahren 1985 und 1994 treten sukzessive die Kinder Dagmar Zientek, Beate Zientek-Strietz und Holger Zientek zur Unterstützung des Vaters und Firmeninhabers in das Unternehmen ein. Die Übernahme der Verantwortung für die Firma erfolgt im Jahr 2003 – und aus der Sero Pumpenfabrik GmbH wir die Sero PumpSystems GmbH. Die Namensänderung verdeutlicht die neue strategische Ausrichtung, die die zweite Generation gibt: nicht mehr nur Pumpenbauer, sondern Lösungsanbieter. „Inspiring Technology. Meeting Your Needs“, sagt Beate Zientek-Strietz, „unser zeitgemäßer Claim bringt es auf den Punkt. Wir möchten weiter in der Rolle des innovativen Problemlösers wachsen, der seinen Kunden Professionalität und Mehrwerte bietet.“ Aus diesem Grund fokussiert sich das Unternehmen auch klar auf die Entwicklung und Produktion von Seitenkanalpumpen in hoher Fertigungstiefe am Standort Meckesheim– und gliedert 2005 konsequenterweise den Reparaturbetrieb in ein eigenes Unternehmen, die SMW Service und Pumpentechnik GmbH in Neidenstein, aus. „Hier werden nicht nur Seitenkanalpumpen, sondern Pumpen aller Art und Fabrikate gewartet oder Instand gesetzt“, so Beate Zientek-Strietz. Im Vertrieb setzt die junge Führungsmannschaft zusammen mit dem Senior-Chef die weitere Internationalisierung des Unternehmens um. In Houston, Texas, USA, wird im Jahr 2007 die Sero PumpSystems Inc. gegründet, die zunächst das nordamerikanische Händlernetz betreut und auch ein eigenes Ersatzteillager betreibt. Mit dem Beginn des Jahres 2019 bearbeitet Sero von Houston auch den südamerikanischen Kontinent. Seit 2013 ist das Unternehmen zudem von Singapore aus mit einem eigenen Tochterunternehmen auf dem südostasiatischen Markt unterwegs.

Für die Zukunft gerüstet

Seitenkanalpumpen stehen für die Förderung kleiner Medienmengen unter hohen Drücken, für Selbstansaugung, Gasmitförderung und niedrige NPSH-Werte. Mit der neuen Baureihe SHP steht erstmals eine Seitenkanalpumpe zur Verfügung, die bis zu 100 bar Förderdruck aufbauen kann – etwas dreimal mehr als üblich.

Die Sero PumpSystems GmbH zeigt sich insgesamt durch die klare produkttechnische Fokussierung, die hohe Innovationskraft, die Technologieführerschaft in einem lukrativen Nischenmarkt und durch die internationale Ausrichtung bestens gerüstet für die Zukunft. Ausgehend von einem bereits hohen Automationsgrad treibt das Unternehmen intern die Digitalisierung der fertigungstechnischen und administrativen Prozesse sowie der Produktwelt – Stichwort Smart Pump – mit Nachdruck voran. Gleichzeitig bieten das Netzwerk externer Partner aus Wissenschaft, Forschung und Industrie sowie die Mitgliedschaft auf der Informationsplattform www.starpumpalliance.com beste Konnektivität, um relevante Trends zu erkennen und wo möglich mitzugestalten.

Der Pioniergedanke lebt also weiterhin und wird auch in Zukunft die technologisch führende Rolle des Unternehmens im Markt der Seitenkanalpumpen festigen.

- Werbung -

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Fügen Sie bitte Ihr Kommentar ein!
Geben Sie hier bitte Ihren Namen ein