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In der Geschichte der Pumpentechnik spielt die Verbindungstechnik zwischen Antriebsmaschine und Pumpe eine nicht unbedeutende Rolle. Als während der Industrialisierungszeit im 19. und 20. Jahrhundert damals um die Jahrhundertwende nach und nach der Transmissionsriemen an Bedeutung verlor und elektrische Antriebe ihren Siegeszug begannen waren funktionale und sichere Verbindungen zwischen Pumpe und Antrieb sehr gefragt. Gut und zuverlässig sowie für jegliche Pumpenapplikation einsetzbar sollten solche „Kupplungen“ sein. Das von Alfred Friedrich Flender am 15. Mai 1899 gegründete Unternehmen zur Produktion und zum Vertrieb von hölzernen Riemenscheiben sah darin einen bedeutenden Entwicklungsschub – der bis heute seine hohe Bedeutung Tag für Tag bestätigt.

Die historische Nockenkupplung „Eupex“ von Flender hat bereits vor knapp hundert Jahren Motoren und Pumpen zuverlässig miteinander verbunden.

„Gut verbunden“ mussten Elektromotor und Pumpe sein, was Flender veranlasste, Anleihen aus dem Altgriechischen zu übernehmen und seine über viele Jahrzehnte wegweisende Kupplungsentwicklung „EU PEX“ zu nennen. Am 22. Dezember 1923 erfolgte der Eintrag dieses Namens als Warenzeichen in die Zeichenrolle des Reichs-Patentamts. Somit feiert die Kupplung, die mittlerweile vielfach als Industriestandard angesehen wird, bald ihren 100-sten Geburtstag. Seit 1967 gibt es ihren Kupplungsnachfolger, die „neue“ N-Eupex, die nun auch schon auf über 50 Jahre Erfolgsgeschichte zurückblicken kann.

Historische Entwicklung und technische Raffinessen über viele Jahrzehnte

Heute werden mehr als die Hälfte der N-Eupex Kupplungen von Flender in Bocholt in Pumpenanwendungen verbaut. Im Fokus stehen dabei die Normpumpen nach DIN EN 733. Weltweit über zehn Millionen ausgelieferte Kupplungen erledigen tagtäglich einen zuverlässigen Job und werden von Anwendern für ihre Zuverlässigkeit geschätzt. Und das hat seinen Grund: Die N-Eupex Nockenkupplung von Flender ist durch ihre durchschlagsichere (lasthaltende) Konstruktion auch nach Elastomerverschleiß weiterhin im Stande temporär Drehmoment durchzuleiten. Optional stehen zudem lastwerfende Versionen in der Bauart DS zur Verfügung.

Heute noch bildet die N-Eupex Nockenkupplung von Flender den Status Quo in der Verbindungstechnik und wird dementsprechend häufig in der Literatur sowie in der Aus- und Weiterbildung zitiert bzw. genutzt.

Überwiegend werden N-Eupex Kupplungen in den kurzbauenden 2- bzw. 3-teiligen Bauarten A und B eingesetzt. Und dort, wo eventuelle Vorort-Revisionen an der Pumpe vorgesehen sind, kommt die Bauart H mit dem entsprechenden Ausbaustück nach DIN ISO EN 733 zum Einsatz. Für viele Anwendungen ist die N-Eupex die passende Lösung, wobei die Pumpentechnik damals wie heute in großem Umfang davon profitiert.

Am Anfang waren die elastischen Kupplungselemente zwischen den gegossenen Taschen- und Klauenteil noch aus Leder. Heutzutage sorgen Kupplungspakete aus speziell für diese Anwendung entwickelten Elastomeren für die hervorragenden Eigenschaften dieser Kupplungen. Beispielsweise liegt hierin eine der Kernkompetenzen von Flender, die dafür sorgt, dass viele Kunden weltweit von einer „klasse Lösung“ sprechen. Darüber hinaus kann durch die individuelle Konfektionierung jede Kupplung aus dem vorhandenen Systembaukasten maßgeschneidert zusammengestellt, schnell produziert und ausgeliefert werden.

Gute Laufeigenschaften und hohe Standzeiten

Andre Artmann, Vertriebsleiter bei Flender und Autor dieses Beitrags

Früher bestanden die Zwischenelemente aus einem schubbelasteten Elastomer, heute dagegen aus einem druckbelasteten. In Verbindung mit einer modernen Konstruktion der Nockenkupplung sorgen die Hochleistungselastomere für noch bessere Lauf- und Schutzeigenschaften, von denen auch die Pumpentechnik profitiert. Gleichzeitig haben sich auch die reinen mechanischen Eigenschaften optimieren lassen, so dass beim Generationswechsel von Eupex zu N-Eupex erhebliche Gewichtseinsparungen um nahezu den Faktor 3 realisiert werden konnten.

Und das vor dem Hintergrund, dass die Kupplung heute teils mehr zu ertragen hat als es mitunter früher der Fall war. Gerade bei Pumpenanwendungen kommen nämlich oft Grundrahmen zum Einsatz. Diese waren früher sehr massiv und entsprechend verwindungssteif. Heute dagegen sieht man häufig auch Blechkonstruktionen, die bei starker Belastung Relativbewegungen und damit Spannungen in die Kupplung leiten können. Flender kennt mit seiner N-Eupex auch solche Phänomene und erreicht durch entsprechende Konstruktion bzw. Materialauswahl dennoch hohe Standzeiten.

Hundert Jahre “made in Germany”

Die konstruktive und materialtechnische Abstimmung machten schon bei der Eupex den Unterschied bei der perfekten Anpassung der Kupplung an die jeweilige Applikation. (© Bilder Flender)

Die N-Eupex Kupplung mit ihrer langen Historie ist nach wie vor „Made in Germany“, was viele Anwender weltweit schätzen. Durch die lokale Fertigung lässt sie sich schnell anwendungsspezifisch produzieren, konfektionieren und liefern. Das schließt nicht nur Standardwendungen mit ein, sondern auch Applikationen in kritischen Umgebungsbedingungen. Denn Flender gehört zu den ersten Unternehmen, die die oftmals notwendige Atex-Konformität mit ihrer Kupplung erfüllen konnten. Hierzu waren aufwändige Tests notwendig, damit es in keiner Situation der Drehmomentübertragung zu einer gefährlichen Funkenbildung kommen kann.

Auch die thermischen Einsatzgrenzen haben sich über die Jahrzehnte seit der Entwicklung der ersten Eupex im Jahr 1923 sukzessive erweitert. Heute kann die moderne Nockenkupplung bei Temperaturen von -50 °C bis +100 °C eingesetzt werden. 23 Standardgrößen übertragen Nenndrehmomente von 19 Nm bis 62.000 Nm. Als dämpfende Wellenkupplung kann sie zudem zum Ausgleich von Wellenverlagerungen genutzt werden. Als erfolgreichste Verbindungstechnik im Hause Flender, die Rotationsgeschwindigkeiten bis 36 m/s erlaubt, lassen sich damit auch andere Kupplungskonzepte bzw. -systeme substituieren.

Bedeutender Unterschied in Theorie und Praxis

Der Hintergrund der großen Einsatzbreite von N-Eupex ist unter anderem: Nicht die reine Drehmomentübertragung macht den Unterschied zwischen Hightech- und Lowcost-Lösung. Vielmehr machen in vielen Anwendungen der radiale, axiale und Winkel-Versatzausgleich den sprichwörtlichen Unterschied. Ein weiteres Highlight ist die schwingungstechnische Anpassung an die komplette Antriebseinheit aus Motor und Pumpe bzw. Lüfter oder Kompressor. Grundsätzlich gilt: Je weicher die Abstimmung, desto höher die Dämpfung und je härter desto stärker die Übertragung von Laststößen. Deshalb suchen die Flender Spezialisten passend zur Applikation die perfekten Elastomerkörper aus. 80 Shore sind Standard, 65 Shore führen zu höherer Dämpfung, 90 Shore zu mehr Steifigkeit im gesamten Antriebssystem.

Doch ganz gleich welche Konstellation am Ende zum Kunden verschickt wird: Die N-Eupex wird ihrem Ruf als robuste und langzeitstabile Kupplung für die meiste Anwendungen mehr als gerecht. Die technischen Eigenschaften in Verbindung mit der langen Historie dieser Verbindung haben sogar dazu geführt, dass sie in der Literatur häufig zitiert wird und selbst in der Aus- und Weiterbildung gerne exemplarisch als Anschauungsobjekt und Praxisbeispiel zum Einsatz kommt.

Noch heute erinnern sich die Flender Experten gerne daran, dass die Eupex Nockenkupplung die erste Kupplung war, die in Serie für die Lagerhaltung produziert wurde. Schon damals war es dadurch möglich, individuelle Kupplungslösungen innerhalb kürzester Zeit weltweit liefern zu können. Und noch heute, nachdem die neue N-Eupex schon seit über fünf Jahrzehnten ihren Siegeszug fortführt, trifft man die „alte“ Eupex in Industrieanlagen – inklusive der Möglichkeit einer Ersatzteillieferung.

Das Beispiel „Eupex“ zeigt, wie historischer Background, Zuverlässigkeit und Qualität einen starken Rahmen bilden.

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