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Wie jedes Jahr weist auch 1954 eine Reihe von Ereignissen auf, die den Beginn von etwas Längerem, Erfolgreichem markieren. Am 12. April 1954 nimmt Bill Haley in New York den Song und späteren Gassenhauer „Rock Around the Clock“ auf und ebnet damit den weltweiten und bis heute andauernden Siegeszug des Rock’n’Roll. Im Juli desselben Jahres nimmt ein gewisser Elvis Presely im legendären Sun Studio in Memphis, Tennessee, USA, den alten Blues-Song „That’s All Right“ neu auf und beginnt damit seine Karriere als Rock’n’Roll. Im gleichen Monat erscheint in England der erste Teil des heutigen Fantasy-Klassikers „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien, einer der kommerziell erfolgreichsten Romane des 20. Jahrhunderts. Auch eine Pumpe ging im Jahr 1954 im hohen Norden Deutschlands in Betrieb und legt eine bis heute andauernde „Karriere“ hin.

Das Bundesland Schleswig-Holstein, insbesondere der Kreis Dithmarschen, blickt auf eine lange Tradition in der Erdölverarbeitung zurück. Im Jahr 1856 entdeckte der Landwirt Peter Reimers durch Zufall ölhaltige Sande auf seinem Besitz. Ausgehend davon werden seit mehr als 150 Jahren an der Nordseeküste sowohl Ölkreide als auch Rohöl gefördert und verarbeitet. Einer dieser Verarbeitungsorte ist der Raffineriestandort Heide. Angestoßen durch die Nachfrage der Marine nach Treibstoffen begann 1940 der Bau der ersten kontinuierlich arbeitenden Rohöldestillation in Hemmingstedt. Insgesamt wurden zwei Rohöldestillationsanlagen mit einer Kapazität von 100.000 Tonnen jährlich errichtet, die den Grundstein des heutigen Raffineriestandorts Heide bildeten.

Im Jahr 1949 erfolgt die Stilllegung des Bergbaubetriebs und damit verbunden auch das Ende des Ölkreideabbaus in Heide. Der Standort wird zu einer reinen Raffinerie aus- und umgebaut. Zu diesem Zeitpunkt werden die ersten Kreiselpumpen von der Ritz Pumpenfabrik GmbH geliefert, die heute Teil des international renommierten Technologiekonzerns Andritz ist. Jene zwischen 1949 und 1956 gelieferten Pumpen waren mit einer Durchflussmenge von 120 m³/h für die Förderung von Dieselkraftstoffen konzipiert. Hervorzuheben ist, dass diese Pumpen damals bereits eine Gleitringdichtung aufwiesen und damit ihrer Zeit weit voraus waren, denn diese Technologie fand verstärkte Verbreitung erst ab den 1970er Jahren. Bereits damals war Andritz dem Markt und seiner Zeit weit voraus. Heute ist es mit sechs Milliarden Euro Umsatz und mehr als 29.000 Mitarbeitern weltweit ein weltweiter Markt- und Technologieführer.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Raffinerie Heide stetig weiter. Heute verarbeitet die nördlichste Erdölraffinerie Deutschlands auf einer Gesamtfläche von 134 Hektar jährlich mehr als 4 Millionen Tonnen Rohöl. Teil dieser Produktionskette sind immer noch sechs Andritz-Pumpen aus dem Zeitraum 1949 bis 1956. Die Älteste weist das Baujahr 1954 auf. Aufgrund der steigenden Anforderungen an Luftreinhaltung musste der ursprüngliche Bestand nach und nach durch technisch dichtere Pumpen mit doppelter Gleitringdichtung und magnetischer Kupplung ausgetauscht werden. Die sechs verbliebenen Exemplare befördern Rohöl, das zu Diesel, Heizöl oder Flugturbinentreibstoff  verarbeitet wird und somit für Mobilität und Wärme im Norden Deutschlands sorgt.

65 Jahre nach der Fertigung im Jahr 1954 wurde unlängst auch eine doppelflutige Unterwassermotorpumpe an Andritz Ritz in Schwäbisch-Gmünd, Deutschland, zur erstmaligen Inspektion gemeldet.

Extrem lange Lebensdauer – Kein Einzelfall

Die scheinbar überdurchschnittliche lange Lebensdauer der Andritz-Pumpen in der Raffinerie Heide mag einzigartig erscheinen. Sie ist es aber nicht. 65 Jahre nach der Fertigung im Jahr 1954 wurde unlängst auch eine doppelflutige Unterwassermotorpumpe an Andritz Ritz in Schwäbisch-Gmünd, Deutschland, zur erstmaligen Inspektion gemeldet. Patentiert im Jahre 1930, wurde die Konstruktion im Laufe der Jahre stetig weiter entwickelt und optimiert. Heute operieren diese Pumpen unter anderem unter härtesten Bedingungen in allen Bereichen der Wasserbeschaffung, -verteilung und -entwässerung in Minen weltweit. Die Technologie zeichnet sich durch eine besondere hohe Betriebssicherheit und Standzeiten aus, wie das aktuelle Beispiel eindrucksvoll belegt. Nach 65 Jahren arbeitet das Pumpenmodell nicht nur nach wie vor einwandfrei, sondern deren Naßläufermotor weißt auch noch immer einen Isolationswiderstand von einem Gigaohm auf. Im Vergleich dazu sind auf dem Markt heute Werte im Mega-Ohm-Bereich der Standard.

Digitalisierter Lebenszyklus

Hervorzuheben ist, dass diese Pumpen damals bereits eine Gleitringdichtung aufwiesen und damit ihrer Zeit weit voraus waren, denn diese Technologie fand verstärkte Verbreitung erst ab den 1970er Jahren.

Andritz-Kreiselpumpen wie jene in der Raffinerie Heide oder auch die Unterwassermotorpumpen sind ein starker Beleg für einen besonders hohen Lebenszyklus. Die störungsfreien und langen Lebenszyklen dieser hydraulischen Maschinen sind für jegliche Art von industriellem Prozess unerlässlich. Pumpen sind nämlich die perfekten „Gesundheitsindikatoren“ in Fertigungsprozessen. Frühzeitig zeigen sie jegliche Art von Veränderungen oder Problemen an, die im Prozess auftreten können. Während die alt bewährten Andritz-Pumpen in der Raffinerie Heide nur mit einem etwaigen Stillstand einen bloßen Hinweis auf ein Problem geben können, sind die Pumpen der heutigen Generation bereits in der Lage digital zu kommunizieren.

Versehen mit speziellen Sensoren, die laufend Messungen durchführen, können im Zuge einer langfristige Anlagenüberwachung zur Wahrung einer kontinuierlichen Betriebssicherheit pumpenspezifische Daten gesammelt und ausgewertet werden.

Versehen mit speziellen Sensoren, die laufend Messungen durchführen, können im Zuge einer langfristige Anlagenüberwachung zur Wahrung einer kontinuierlichen Betriebssicherheit pumpenspezifische Daten gesammelt und ausgewertet werden. Andritz bietet dafür unter der eigenen Technologiemarke „Metris“ hoch entwickelte Zustandsüberwachungslösungen für Pumpen an. Die dabei ermittelten Daten werden in die Metris-Datenbank von Andritz eingespielt und verarbeitet. Andritz schult und trainiert nach Installation der IIoT-Lösungen das Personal des Kunden entsprechend. Diese Daten können dann mittels Online-Monitoring mit den dazugehörigen Prozessanalysen auf verschiedensten Endgeräten abgerufen werden.

Auf dezidierten Betreiberwunsch können sich auch Andritz-Servicemitarbeiter in dieses Industrial Internet of Things (IIoT) System einloggen, um eine Datenauswertung vorzunehmen. Darauf aufbauend können dann Empfehlungen für den Betrieb und die Optimierung der gesamten Anlage getätigt werden und somit das Andritz-Serviceteam auch nach Abwicklung des eigentlichen Projekts immer zusätzlich unterstützend tätig werden. Auf diese Weise kann durch das „Pattern Recognition“ Verfahren und der Kompetenz der Service-Mitarbeiter nachhaltig die jeweils optimale Prozesseffizienz ermittelt, realisiert und sichergestellt werden.

Damit hebt der internationale Technologiekonzern den Pumpen- und Anlagenbetrieb nachhaltig auf ein neues Niveau. Durch die Überwachung einer intuitiven Mensch-Maschine-Schnittstelle des Steuerungssystems, die mit bahnbrechender digitaler und visueller Technologie ausgestattet ist, werden hocheffiziente Arbeitsabläufe zukünftig kalkulierbar und ermöglichen proaktives Handeln durch die Analyse von Daten. Damit werden unsere IIoT-Technologien zur Basis für Internet of People (IoP)-Lösungen, indem eine Vernetzung zwischen den Spezialisten der Kunden untereinander und mit Andritz-Experten erzielt wird. Dieser wertschöpfende Zusammenhang führt nicht nur zu einer professionellen Aufbereitung der gesammelten Daten, die die Anlagenleistung verbessern, sondern ermöglicht unseren Kunden darüber hinaus, erfolgreich angewandte Business Intelligence im Sinne von Risikominimierung, Kosteneffizienz und Ökologieoptimierung zu nutzen.

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