Watrex Expo: Wasser-Megaprojekte in Ägypten

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In Kairo findet die 4. Wasserfachmesse Watrex Expo vom 20. bis 22. März 2019 statt. Parallel hierzu findet auch die Egy Waste & Recycling statt. Dieser Messeverbund steht traditionell unter der Schirmherrschaft von einigen Fachministerien.

Mit 18.000 Fachbesuchern bei der letzten Veranstaltung ist die Watrex Expo nach Informationen des Organisators „mit Abstand die größte Fachmesse für die Wasserwirtschaft in Ägypten.“ Diese Fachmesse steht für den gesamten Wasserkreislauf, von der Gewinnung, Entsalzung, Verteilung, Abwasserbehandlung, Aufbereitung.

Bereits im 2. Halbjahr 2019 wird die ägyptische Regierung in ihre neue Verwaltungshauptstadt ziehen. Regierungssitz, Parlament, Ministerien und Botschaften werden umziehen. Es haben sich bereits 35 Auslandsvertretungen Liegenschaften gesichert. Das neue Kairo entsteht gut 50 Km südöstlich vom jetzigen Kairo auf halbem Weg zum Suezkanal. Die Regierung steckt zwischen 10 und 20 Milliarden US Dollar in den Bau dieser neuen Stadt, die smart werden soll. Die Planung sieht vor, dass 6,5 Mio Einwohner in 21 Wohnvierteln leben werden, für sie sollen 2.000 Schulen, 600 medizinische Einrichtungen und 1.250 Moscheen gebaut werden, das Straßennetz soll 650 Km umfassen, es soll der höchste Turm Afrikas gebaut werden. Es entsteht ein neuer internationaler Flughafen, der auch mit dem jetzigen Flughafen im alten Kairo über eine Zugverbindung angeschlossen werden soll. Zahlreiche Bauprojekte nehmen bereits konkrete Formen an.

Die Betreibergesellschaft Administrative Capital for Urban Development (ACUD) setzt auf mehrere Bausteine, um eine smarte und nachhaltige neue Verwaltungshauptstadt zu schaffen. Sie soll nicht nur durch das nahe Gaskraftwerk, sondern auch durch Solarparks versorgt werden. Der Verbrauch von Strom, Gas und Wasser wird durch technische Lösungen beobachtet und reduziert. Ebenso soll intelligente Gebäudetechnik für Einsparungen von Ressourcen sorgen. Mit der Überwachung des

Straßenverkehrs wird Staus und Unfällen begegnet. Daten von Kameras und Kontrollsensoren aus allen Teilen der Stadt sollen in einem einzigen Sicherheitszentrum zusammengeführt werden. Eine moderne faseroptische Infrastruktur wird die Stadt mit Breitbandinternet versorgen. Staatliche und private ägyptische Unternehmen engagieren sich bislang am stärksten bei den Hauptstadtprojekten. Die zahlreichen Planungs- und Bautätigkeiten werden in den kommenden Monaten und Jahren noch zunehmen. Für deutsche Firmen ergeben sich daraus zahlreiche Möglichkeiten, an dieser Stadtentwicklung teilzuhaben.

Wasser ist ein zentrales Anliegen der Regierung und verschiedener Ministerien (Wohnungsbau, Industrie, Agrikultur, Investition), die sich mit dem Thema Wasserinfrastruktur beschäftigen. Die 6,5 Mio Einwohner von Neu Kairo müssen schließlich an das Wassernetz angeschlossen werden. Mit den Arbeiten an der Straßen- und Wasserinfrastruktur und dem entstehenden Großkraftwerk von Siemens und Orascom Construction entsteht eine Infrastrukturgrundlage. Wohnungsbauminister Mostafa Madbouly zufolge setzt Ägypten künftig in den Küstengouvernoraten auf die Entsalzung zur Trinkwassererzeugung, während die Landwirtschaft mit Nilwasser versorgt wird. Für die neue Hauptstadt soll in Ain Sokhna am Golf von Suez eine Meerentsalzungsanlage für 650.000 Kubikmeter Trinkwasser täglich entstehen.

Der Wasser- und Abwassersektor ist ein konstanter Investitionsschwerpunkt in Ägypten. Ausbau- und Erneuerungsinvestitionen bringen häufig Auftragschancen für ausländische Unternehmen mit sich. Diese sind in der Planung und dem Bau von Anlagen beteiligt oder liefern Pumpen, Filter, Turbinen, Armaturen, Steuerungen und andere Ausrüstung zu. Neue Ausbaupläne zur Meerwasserentsalzung in küstennahen Gebieten dürften diesem Bereich Auftrieb geben. Die Landwirtschaft als Verbraucher von 82 Prozent der ägyptischen Wasserressourcen kann in ihrer Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Viele Bewässerungkanäle und Pumpstationen befinden sich in einem schlechten Zustand. Moderne Bewässerungsmethoden ermöglichen erhebliche Einsparungen. Im bestehenden Leitungssystem gehen bis zu 58 Prozent des knappen Wassers verloren. Um das zu ändern und die Versorgung längerfristig zu sichern, könnte Technik zur Suche nach Lecks und deren Behebung entscheidend beitragen. Der U.S. Commercial Service schätzte im Juni 2017 das Marktvolumen für den Wasser-­ und Abwasserbereich in Ägypten auf knapp 6,4 Milliarden US$. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einer Zunahme um 5,6 Prozent. Aufgrund des Ausbau-­ und Erneuerungsbedarfs, der Wasserknappheit und des Bevölkerungswachstums ist mit weiteren Zunahmen zu rechnen. Der Wassersektor steht auch besonders im Blickpunkt internationaler Geber, was die finanzielle Umsetzung von Projekten wesentlich erleichtert. Kredite stammen von ausländischen Regierungen, Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit, regionalen Förderfonds und der Weltbank. Seit 2007 hat allein die EU 16 Programme für den ägyptischen Wassersektor aufgelegt. Anlässlich des Welttoilettentages im November 2017 erklärte das Ministry of Housing, Utilities and Urban Communities, dass es 957 Dörfer an die Abwassernetze anschließen werde. Die Wasserversorgung in Ägypten hatte eine Abdeckung von 96 Prozent und war damit nahezu flächendeckend. Hingegen verfügten 83 Prozent der städtischen Gebiete, aber nur 15 Prozent der ländlichen Regionen über Anbindungen an Abwassernetze. Im Jahr 2015 umfasste der Frischwasserbereich 2.845 Anlagen und 167.000 km Verteilungsnetze. Dem standen 395 Kläranlagen und 48.000 km Kanalisationsnetze gegenüber. Laut einem Bericht der Zeitung Al Mal plant das Elektrizitätsministerium 2019 eine Ausschreibung für den Bau von Kleinwasserkraftwerken am Ufer des Nils. Insgesamt sollen die Anlagen 150 bis 200 Megawatt Kapazität erreichen. Das Ministerium rechnet mit Kosten von rund 285 Millionen Euro.

Auch in Deutschland hat man den enormen ägyptischen Markt wahrgenommen. GERMAN WATER PARTNERSHIP, Berlin, organisiert am 5. Februar 2019 in Kairo zum ersten Mal den Egyptian-German Water Partnership-Day. Dieses Event organisiert GWP in Kooperation mit der Deutsch-Arabischen AHK vor Ort. Neben Best-Practice Präsentationen und Podiumsdiskussionen werden die Teilnehmer auf ägyptische Entscheidungsträger stoßen. Themenschwerpunkte sind Municipal and Industrial Waste Water Management und Energy Efficiency in Water Supply and Waste Water Treatment. Diese Initiative der GWP unterstreicht das Interesse der exportorientierten Wirtschaft an Ägyptens Wasserprojekten.

Bei der deutschen Vertretung können für dieses Messeevent Informationen angefordert werden (info@pittscheidt.de). Für die deutschen Firmen bietet der Veranstalter ein German Package an.

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