Downhole-Exzenterschneckenpumpe mit Tauchantrieb

Ein deutscher Energieversorger hatte zunächst einen geologischen Horizont für die Gasspeicherung verwendet, entschied sich dann aber, aus der gleichen Lagerstätte Erdöl zu fördern. Daher musste ein geeignetes Absaugsystem erworben werden, um das mehrphasige Gemisch mit hohem Gasgehalt aus 1.200m an die Oberfläche zu transportieren. Aufgrund der extremen Bedingungen war eine spezielle Pumpentechnologie erforderlich:

Netzsch hat hierfür eine Exzenterschneckenpumpe mit Tauchantrieb entwickelt. Da alle beweglichen Teile tief im Bohrloch positioniert sind, besteht auch keine Gefahr von Umweltverschmutzungen durch Leckagen an der Oberfläche.

Die Bedingungen vor Ort stellten sehr hohe Anforderungen an das Pumpendesign. Insbesondere das Fördermedium – ein mehrphasiges Gemisch mit sehr hohem Gasgehalt – stellte extreme Anforderungen. Bei den Downhole-Exzenterschneckenpumpen, die bisher in Mitteleuropa eingesetzt wurden, handelt es sich üblicherweise um Anlagen mit oberirdischem Antrieb. Diese Geräte haben eine dynamische Dichtung an der Oberfläche, die bei extremem Druckanstieg auf der Saugseite einen erheblichen Nachteil hat: Die Dichtung kann überlastet werden und einen Blow-Out auslösen.

Um dieses Risiko auszuschließen, entschied sich Netzsch für eine Lösung, die unter Tage installiert wird und ESPCP genannt ist, wobei ESPCP für „Elektrisch unterirdisch betriebene Exzenterschneckenpumpe“ steht. Das Besondere an dieser Pumpenbauart ist, dass die Rotor-Stator-Kombination und der Motor in das Bohrloch versenkt werden. Der Motor ist über eine kurze flexible Stange direkt mit dem Rotor verbunden. Alle Radial- und Axialkräfte des Rotors werden von einem speziellen unterirdischen Lagergehäuse aufgenommen. Darüber hinaus befindet sich die dynamische Dichtung auch in 1.200m Tiefe. Dadurch werden alle kritischen Komponenten der Pumplösung unter der Erde bewegt, wodurch Umwelteinflüsse durch oberirdische Lecks ausgeschlossen werden.

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