Fachbeitrag: Full-Service-in-Place-Pumpe spart in Klärschlammentwässerung

0
9
- Werbung -

Für die Beladung einer Zentrifuge zur Klärschlammentwässerung, setzte ein  Wasserversorger in Norditalien, zwei Nemo Exzenterschneckenpumpen ein. Um einen ununterbrochenen Dauerbetrieb und ein reibungsloses Ineinandergreifen aller Abläufe sicherzustellen, war eine Redundanz mit zwei Pumpen nötig. Vor Kurzem wurden beide Standardpumpen durch eine einzige, servicefreundlichere Ausführung im Full-Service-in-Place-Design (FSIP) ausgetauscht. Dieses neue Design erleichtert Instandhaltung und Reparaturarbeiten so sehr, dass die dadurch verursachten Unterbrechungen jetzt so kurz sind, dass das Stand-by-Aggregat eingespart werden konnte.

Zuverlässigkeit und Wartungsaufwand sind somit für die einzige verbleibende Pumpe ein entscheidendes Kriterium. Um das FSIP-Prinzip konsequent umzusetzen, verfügt die Exzenterschneckenpumpe über einen speziellen in die Konstruktion implementierten Inspektionsdeckel. Der Deckel wird von nur fünf Schrauben gehalten, die sich ganz ohne Spezialwerkzeug lösen lassen. Der Deckel ist so gestaltet, dass er sowohl bei hohen Drücken als auch bei einer vertikalen Aufstellung der Pumpe zuverlässig dichtet. Die Wartungsöffnung liegt dort, wo der Stator an das Pumpengehäuse anschließt. Durch das Abnehmen des Deckels erhält man Zugriff auf eine Schalenkupplung, die das Gelenk am Rotor mit der Kuppelstange verbindet. Hier reicht es, eine Schraube zu lösen, um das Rotor-Stator-Element von der Kuppelstange zu trennen. Anschließend lässt sich die rotierende Einheit einfach herausheben und der Pumpeninnenraum ist von Flansch zu Flansch frei zugänglich.

In der italienischen Kläranlage ist die FSIP-Pumpe nun seit mehreren Monaten im Einsatz. Sie arbeitet in der Regel mit einer Geschwindigkeit von 58 bis 287 min-1 und fördert zwischen 10 und 55 m³/h.

Da alle Teile seitlich oder nach oben entnommen werden, wird für den Ausbau kein zusätzlicher Platz benötigt. Die früher obligatorische Ausbaulänge am Ende der Pumpe entfällt, wodurch sich der erforderliche Einbauraum stark verkürzt. Darüber hinaus wird für die FSIP-Ausführung optional eine Cartride-Ausführung der einfach wirkenden, drehrichtungsunabhängigen und verschleißfesten Gleitringdichtung MG1 verwendet, die sich leicht durch die Inspektionsöffnung wechseln lässt.

Unterstützt wird dieses wartungsfreundliche Design auch durch die Blockbauweise des Aggregats: Der Antrieb ist direkt an der Laterne der Pumpe angeflanscht, wodurch sich nicht nur kompakte Abmessungen, ein geringes Gesamtgewicht und konstante Achshöhen unabhängig von der Bauweise und -größe des Antriebs ergeben, sondern auch eine hohe Servicefreundlichkeit.

Bei der Konstruktion der FSIP-Ausfürhung haben die Netzsch-Ingenieure neben einer bequemen Demontage auch auf eine möglichst einfache Handhabung beim Einbau neuer Komponenten beziehungsweise beim Wiedereinsetzen der inspizierten Teile geachtet. Hier fungiert das Pumpengehäuse selbst als Stütze und Orientierungshilfe. Diese spezielle Gestaltung gewährleistet, dass jedes Bauteil an den vorgesehenen Platz gelangt. Die Positionierung erfolgt gewissermaßen automatisch, weshalb der Monteur oder Betreiber nichts nachjustieren muss.

Insgesamt gesehen lässt sich so der Wechsel aller Verschleißteile in weniger als der Hälfte der bisherigen Zeit erledigen. Die Fördergeometrie wird für die FSIP-Exzenterschneckenpumpen nicht verändert. Auf diese Weise bleibt trotz einfacherer Wartung die Leistung erhalten.

Elastomerstator einfach entnehmbar

Einfach zu handhaben und ressourcensparend ist der hier eingsetzte iFD-Stator. Bei diesem Statorsystem sind das Elastomer und das Gehäuse durch axiales Verpressen fixiert. Ein definierter Anschlag sorgt dabei für eine gleichmäßige Vorspannung und stellt die gewünschte Dichtlinie sicher. Durch die Trennung von Stahlhülle und Elastomerstator lässt sich letzterer ganz einfach mitsamt dem Rotor entnehmen. Das erleichtert die Wartung zusätzlich und erlaubt es im Bedarfsfall – wenn das Gummi abgenutzt ist – den Stator separat zu entsorgen.

Diese Lösung ist zudem wesentlich wirtschaftlicher. Die Pumpe läuft sanfter und bei geringerem Losbrechmoment an. Außerdem findet weniger Walkarbeit zwischen den Komponenten statt, was die Drehmomente im laufenden Betrieb verringert. Auf diese Weise wird während des gesamten Förderprozesses rund 25 Prozent weniger Energie verbraucht und die Antriebe der Pumpen können entsprechend kleiner dimensioniert werden. Zudem halten die Statoren dank der geringeren Belastung etwa doppelt so lang. Der iFD-Stator kann mit einem Rotor kombiniert werden, der in verschiedenen verschleiß- und korrosionsfesten Ausführungen erhältlich ist.

www.netzsch.com

- Werbung -

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Fügen Sie bitte Ihr Kommentar ein!
Geben Sie hier bitte Ihren Namen ein