Netzsch: Spezielle Fertigungshalle für Hochleistungspumpen

img_2392Mit der L.Cap hat Netzsch eine Hochleistungs-Exzenterschneckenpumpe für bis zu 1.000 m³/h bei Drücken bis 20 bar entwickelt. Zur Produktion der bis zu 15 m langen und 25 t schweren Aggregate hat das Unternehmen am Stammsitz in Waldkraiburg eine neue Halle errichtet. Schwerlast-Hallenkräne, ein vibrationsfreier Teststand und ein LKW-Verladebereich in der Halle vereinfachen hier künftig die Fertigung und den Versand.

Diese großen Exzenterschneckenpumpen übertreffen herkömmliche Pumpen dieser Bauart um ein Vielfaches, und stellen dadurch auch spezielle Anforderungen an Fertigung, Transport und Aufstellung. Unter anderem besteht der Stator aus mehreren aneinander montierten Abschnitten.

Dies ist zum einen der Fertigung geschuldet, da bei einteiligen Statoren in den erforderlichen Längen das Elastomer beim Einspritzen an einem Ende bereits aushärten würde, bevor der Prozess abgeschlossen ist. Zum anderen erleichtert die Aufteilung die Montage und Demontage. Hierfür wird zudem eine Hilfsvorrichtung mitgeliefert, um im Bedarfsfall den Stator sicher und bequem vom Rotor abziehen zu können: Während bei normalen ESP ein Hebel dafür reicht, ist bei der Hochleistungspumpe ein Schienensystem erforderlich. Auf dieses wird eine verfahrbare Halterung gesetzt, mit der die Statorteile nacheinander nach vorne gezogen werden, wo sie ein Kran wegheben kann.

2Pumpen dieses Typs sind bereits in verschiedenen Minen, Erdöl- und Erdgasförderstätten weltweit im Einsatz, sowohl zur Förderung der begehrten Rohstoffe als auch beispielsweise zur Entwässerung oder zum Abtransport von Bohrschlamm. Als Ende 2015 jedoch ein weltweit führendes Öl- und Gasunternehmen acht L.Cap mit einer Gesamtlänge von je 9,8 m ohne Antrieb und einem Gewicht von rund 9 t orderte, entschied sich Netzsch, eine spezifisch auf die Anforderungen dieser Produktlinie ausgerichtete Fertigungshalle zu errichten. Bereits im Januar 2016 wurde nach einer kurzen Planungsphase mit dem Bau begonnen.

Um das hohe Gewicht der Pumpen wie auch der Maschinen tragen zu können, wurde eine spezielle, öldichte Bodenplatte gegossen. In diese wurde zudem die Verankerung eines Prüfstands miteingegossen beziehungsweise -zementiert, wodurch die Vibrationen bei Testläufen der nicht fest installierten Pumpen minimiert werden. In der Praxis am Einsatzort sind solch besonderen Vorkehrungen nicht nötig, da hier die Grundplatte der Pumpe in der Regel einbetoniert wird.

Daneben umfasst die neue Halle auch zwei doppelwandige Vakuum-Tanks mit je 20.000 l Wasser und Öl zum Messen der NPSH. Eine zusätzliche Zirkulationspumpe ermöglicht es, die Medien gezielt zu kühlen oder zu erwärmen, um die Applikationsbedingungen zu simulieren. Abgesichert wird dieser Bereich durch eine im Boden eingelassene Auffangwanne mit Ölabscheider.

Die, auf den Prüfständen ermittelten Werte der Pumpe, werden in einen separaten Abnehmerraum übertragen, wo sie der Kunde zeitgleich einsehen und mit den Anforderungen abgleichen kann. Erfüllt das Aggregat den Anforderungen, wird es für den Transport in die drei Teile Motor, Getriebe und eigentliche Pumpe zerlegt und verpackt. Die Abholung muss aufgrund der Maße – das breiteste Teil misst 3 m – durch einen LKW mit Überbreite erfolgen, was in der Dimensionierung der Fahrwege und Tore bereits eingeplant wurde. Die erste Pumpe der Großbestellung wird auf diese Weise im November ausgeliefert werden, nachdem erst im August 2016 die neue Fertigungshalle in Betrieb genommen worden ist. „Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Pumpe für größere Volumenströme im Öl- und Gassektor wie in der Bergbauindustrie werden ihr voraussichtlich“, so eine Unternehmensinformation „bald weitere L.Cap-Hochleistungspumpen folgen.“

www.netzsch.com

 

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Tags: , , ,

Hinterlasse eine Antwort

This blog is kept spam free by WP-SpamFree.